Knabstrupper
Die Geschichte des Knabstruppers
von Merete Norring
Geschrieben im Auftrag des Vorstands der Knapstrupper-Vereinigung zur Verwendung im Rahmen einer Stellungnahme gegenüber dem dänischen Lebensmittel- und Veterinärministerium. Verfasst 2006.
Das Gut Knabstrup
Die Knabstrupper Pferde erhielten ihren Namen vom Gut Knabstrup, das zwischen Kalundborg und Jyderup gelegen ist. Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts zeigte der Gutsbesitzer, Chr. Ditlev Lunn, großes Interesse an der Pferdezucht. Man hatte dort einen gleichmäßigen und guten Typ herangezüchtet.
In geschichtlich gesehen kurzer Zeit nach der Schließung des Königlichen Gestüts Frederiksborg wurden dessen Pferde auf einer Auktion verkauft, von denen zwei Stuten an das Gut Knabstrup gingen.
Der Beginn des 19. Jahrhunderts war von den Kriegen in Europa geprägt (Napoleonische Kriege), und hier kamen spanische Hilfstruppen nach Dänemark. Einige dieser Truppen befanden sich auf Seeland und die Geschichte erzählt, dass ein Metzger Flæbe aus Holbæk von einem spanischen Adjutanten eine Stute kaufte.
Die Stute wurde später an das Gut Knabstrup verkauft, nachdem Chr. Ditlev Lunn gesehen hatte, was die Stute für den strengen Metzger Flæbe zu leisten vermochte.
Die Stute wird beschrieben als: Zobelfuchs mit weißer Mähne und weißem Schweif, sehr stichelhaarig mit kleinen weißen Punkten hier und da am Körper, doch am meisten an den Lenden, wo es auch einige braunrote Punkte gab.
Die Stute passte nicht ganz zum Pferdetyp des Gutes, doch nachdem man gesehen hatte, was sie zu leisten im Stande war, wurde sie in die Zucht aufgenommen. 1813 bekam sie ihr erstes Fohlen, Flæbehengst genannt nach einem Frederiksborghengst vom nahe gelegenen Gut Løvenborg.
Die Flæbestute erwies sich als gute Zuchtstute. Sie gab neben einigen guten Eigenschaften und auch die Farbe an ihre Nachkommen weiter, die zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht attraktiv war.
Als charakteristisch für Pferde dieser Rasse galt, dass sie sehr genügsam und robust waren, ein hohes Alter erreichten, arbeitsam waren und viel persönliches Temperament besaßen, das schon an Querköpfigkeit grenzen konnte.
Farbmäßig waren sie oft rot, seltener schwarz, mit stichelhaariger Vorderpartie, weißer Hinterpartie mit großen Sprenkeln, dunklen Knien und Kniebeugen. Der weiße Augapfel war sichtbar (Menschenaugen genannt), und sie hatten ein fleischfarbenes Maul und Geschlechtsteile mit Flecken in Fleischfarbe. Oft hatten sie einen dünnen Behang. Viele Tiere waren jedoch einfarbig ohne diese farblichen Charakteristika, und ohne dass sie aus diesem Grund als geringwertigere Knabstrupper betrachtet worden wären. Häufig änderte sich die Farbe jedoch erst im Alter von 3-4 Jahren.
Der Hengst Thor (auch Alter Thor genannt) wurde 1847 geboren. Er gilt oft als der eigentliche Urvater der Rasse. Er war zu seiner Zeit sehr berühmt und zeugte zahlreiche Nachkommen. Für die damalige Zeit gewann er sowohl regional als auch landesweit viele Auszeichnungen.
Das Gestüt Knabstrup erlebte seine Blütezeit während der Schleswigschen Kriege, insbesondere während des Dreijahreskrieges 1848-50. Das Gut Knabstrup stellte hierbei Kriegspferde, von denen der Hengst Mikkel und die Stute Nathalia, die von General Schleppegrell bzw. Oberst Læssøe geritten wurden, die bekanntesten waren.
In den Jahren nach den Schleswigschen Kriegen verzeichnete die Rasse einen gewissen Rückgang. Es wurden weitaus weniger Knabstrupper auf den Schauen ausgestellt, und der Niedergang der Zucht auf Gut Knabstrup erlitt seinen traurigen Höhepunkt an einem Sommerabend des Jahres 1891, als ein Blitz in den knochentrockenen, strohgedeckten und teilweise aus Lehm gebauten Fachwerkstall einschlug, der in kürzester Zeit in Flammen stand. 22 Pferde verbrannten und es überlebten nur wenige Tiere der alten Pferdefamilie.
Im März 1897 wurde zur großen Verwunderung ein schwarzgefleckten Stutfohlen geboren. Seit der letzten Geburt eines gefleckten Fohlens auf dem Gut waren ca. 30 Jahre vergangen. Die Stute wurde Mutter eines guten Hengstes, der zur Zucht verwendet wurde und so erhielt das Gut noch einmal viele gefleckte Fohlen. Es war jedoch nicht wie früher. Es schien, als sei die Lust und das Interesse an der Zucht stark vermindert. Möglicherweise war dies auf den Brand zurückzuführen oder es lag daran, dass die Generationen nach Chr. Ditlev Lunn nicht das gleiche Interesse an Pferden besaßen.